Sitefinity-Upgrade: Im November laufen vier Versionen gleichzeitig aus

Sitefinity-Upgrade: Im November laufen vier Versionen gleichzeitig aus

Categories: BLOG,Published On: 8. November 2026,

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Im November 2026 wird der Support für die Sitefinity-Versionen 15.0, 15.1, 15.2 und 15.3 eingestellt. Nachzulesen ist das im Sitefinity Life Cycle Policy Guide von Progress (Stand 29. Oktober 2026).
In diesem Beitrag geht es darum, welche Fristen gelten, was Active, Sunset und Retired voneinander unterscheidet, was sich mit Version 15.4 LTS am Auslieferungsmodell ändert und wovon der Aufwand eines Versionsupgrades abhängt.

Active, Sunset, Retired: was die drei Stufen bedeuten

Progress arbeitet mit einem Drei-Phasen-Modell:

  • Active heißt: Die Version ist voll unterstützt und bekommt reguläre Product Updates mit Bugfixes, Sicherheitskorrekturen und Kompatibilitätsanpassungen.

  • Sunset bedeutet: Technischen Support gibt es weiterhin, aber nur noch kritische Updates, und die liefert Progress nach eigenem Ermessen. Neue Funktionen kommen nicht mehr dazu, und die Version wird nicht mehr neu verkauft. Wie eng „kritisch“ gefasst ist, zeigt die Bewertung nach CVSS v3.1. Was „kritisch“ heißt, legt Progress über den CVSS-Score fest, eine Skala von 0 bis 10 für den Schweregrad einer Sicherheitslücke. In der Sunset-Phase gibt es nur noch Fixes für Lücken ab Score 9. Lücken mit hohem Score (7 bis 8,9) oder mittlerem Score (4 bis 6,9) beheben normalerweise reguläre Product Updates, und die entfallen in dieser Phase.

  • Retired bedeutet schließlich: keine Update-Verpflichtung mehr, Support nur noch auf Best-Effort-Basis und ausdrücklich keine Zusage auf Sicherheitsupdates.

Für eine öffentlich erreichbare Website ist der Unterschied zwischen Sunset und Retired deshalb alles andere als akademisch. In der Sunset-Phase sind zumindest die gravierendsten Lücken noch abgedeckt, danach gibt es keine Zusage mehr.

Sitefinity-Upgrade: Lifecycle-Fristen und Ablauf eines Versionswechsels

Fahrplan: Welche Sitefinity-Versionen wann retired sind

Version Status heute Retired
15.4 LTS (aktuell) Active offen, nicht vor Januar 2030
15.3 Sunset seit April 2026 November 2026
15.0 / 15.1 / 15.2 Sunset seit November 2025 November 2026
14.4 LTS Sunset seit April 2026 April 2027
14.0 – retired seit September 2024
14.1 / 14.2 / 14.3 – retired seit Dezember 2023
13.3 LTS – retired seit April 2026
13.0 / 13.1 / 13.2 – retired seit Dezember 2021
12.x und älter – seit Jahren retired

Ein Satz aus der Policy geht gern unter, hat aber direkte Folgen: „Releases and versions not included in the table below should be considered retired.“ Wer auf einer Version arbeitet, die in der Herstellerübersicht gar nicht mehr auftaucht, muss die Frage nach dem Support also gar nicht erst stellen.

Daraus ergeben sich zwei Gruppen mit unterschiedlicher Dringlichkeit. Wer auf 15.0 bis 15.3 läuft, hat ein klares Zeitfenster bis November 2026, und der Weg auf 15.4 LTS ist technisch der kürzeste, weil er innerhalb derselben Hauptversion bleibt. Auf 13.x oder 14.0 bis 14.3 gibt es dagegen schon heute keine zugesicherten Sicherheitsupdates mehr. Hier geht es nicht mehr ums Planen, sondern ums Aufholen.

Warum „läuft doch stabil“ kein Argument gegen das Upgrade ist

Der häufigste Einwand gegen ein Upgrade lautet, dass die Seite ja funktioniert. Das stimmt, hilft aber wenig, denn ein Risiko fällt im laufenden Betrieb nicht auf, sondern erst im Ernstfall.

Dabei werden drei Punkte regelmäßig übersehen. Der erste: Sitefinity hängt an Fremdkomponenten, allen voran am .NET-Unterbau. Progress weist selbst darauf hin, dass der Support einer Fremdbibliothek früher enden kann als der Support der Sitefinity-Version, und empfiehlt in diesem Fall das Upgrade. Der eigene Lifecycle ist also nicht die einzige Uhr, die tickt.

Der zweite: Mit dem Retirement fallen weitere Optionen weg. Retired Versionen werden in Sitefinity Cloud nicht unterstützt, und Progress rät dazu, vor einem Cloud-Deployment erst auf eine unterstützte Version zu aktualisieren. Wer später in Richtung Cloud denkt, kommt am Upgrade also ohnehin nicht vorbei, dann nur mit mehr Zeitdruck.

Der dritte: Der Abstand wächst. Ein Sprung über zwei Hauptversionen ist nicht einfach doppelt so aufwendig wie einer über eine, weil sich Anpassungen, Fremdmodule und Abhängigkeiten in der Zwischenzeit weiter auseinanderentwickelt haben. Je länger ein Upgrade liegen bleibt, desto größer wird das Projekt.

Sitefinity 15.4 LTS: Was sich am Auslieferungsmodell ändert

Der Wechsel auf 15.4 LTS ist mehr als ein Versionssprung, denn Progress stellt damit die Auslieferung um. In der Policy heißt es: „Going forward from version 15.4 LTS, Sitefinity is transitioning to a continuous delivery model, where new functionality, improvements and fixes are delivered incrementally through successive product updates on top of 15.4 LTS version rather than new official releases.“

Für die Planung ist das eine gute Nachricht. Neue Funktionen, Sicherheitsfixes und Kompatibilitätsanpassungen kommen künftig über kumulative Product Updates, die laut Progress
„a predictable and controlled way to adopt new capabilities without requiring major version upgrades“ bieten. Dazu kommt, dass LTS-Versionen mindestens vier Jahre unterstützt werden.

In der Praxis heißt das: Der Umstieg auf 15.4 LTS ist absehbar der letzte große Versionssprung für längere Zeit. Wer ihn jetzt angeht, tauscht wiederkehrende Upgrade-Projekte gegen einen laufenden Update-Prozess. Der Aufwand wandert damit aus dem Projekt in den Betrieb, was für alle mit schwer planbaren Investitionsbudgets reizvoll ist, sofern im Betrieb auch Kapazität dafür eingeplant wird.

Sitefinity-Upgrade: Lifecycle-Fristen und Ablauf eines Versionswechsels

Frontend beim Sitefinity-Upgrade: ASP.NET Core, MVC oder WebForms?

Technisch ist ein Versionsupgrade oft weniger aufwendig als gedacht. Knifflig wird es dort, wo Anpassungen aus früheren Jahren an Modelle gebunden sind, die heute nicht mehr als Basis empfohlen werden.

Für neue Projekte empfiehlt Progress den ASP.NET-Core-Ansatz, optional mit einem Frontend auf Next.js. Bestehende MVC-basierte Umsetzungen laufen weiter: MVC wird laut Progress in allen unterstützten Versionen unterstützt, eine Modernisierung empfiehlt Progress aber auch hier. Bei WebForms-Frontends, die in älteren Installationen noch vorkommen, gibt es dagegen keine Wahl mehr. Progress hat den WebForms-Support im Frontend mit Version 14.1 eingestellt, 13.3 LTS war die letzte offiziell unterstützte Version dafür. Wer WebForms-Seiten, -Templates oder -Widgets einsetzt, muss sie beim Upgrade auf ASP.NET Core oder Next.js umstellen. Nur bei sehr wenigen WebForms-Elementen in einem ansonsten MVC-basierten Projekt ist auch eine Migration nach MVC möglich.

Deshalb lohnt es sich, ein Upgrade als zwei Entscheidungen zu behandeln. Die erste betrifft die Version und wird durch die Fristen vorgegeben. Die zweite betrifft das Frontend-Modell und ist, sofern kein WebForms im Spiel ist, eine echte Wahl: mitnehmen, was läuft, oder den Anlass nutzen und Templates und Widgets auf den empfohlenen Weg heben. Beides ist vertretbar, es sollte nur eine bewusste Entscheidung sein und kein Nebenprodukt, das im Projektverlauf einfach passiert.

Sitefinity-Upgrade durchführen: So läuft ein Versionswechsel ab

Für den Weg selbst stellt Progress Werkzeuge bereit, darunter den Migration Analyzer und CLI-Unterstützung, dazu kommen dokumentierte Upgrade-Anleitungen je Ausgangsversion. Bei uns hat sich in Projekten dieser Ablauf bewährt:

  • Am Anfang steht die Bestandsaufnahme: Welche Version läuft, welche Fremdmodule sind im Einsatz, wie viele eigene Widgets und Templates gibt es, wie tief reichen die Anpassungen in den Kern und in welchem Zustand sind die Integrationen? Daraus ergibt sich auch die Zielversion: Progress empfiehlt, auch von bereits retired Versionen direkt auf 14.4 LTS oder neuer zu aktualisieren und grundsätzlich die neueste verfügbare Version zu wählen, aktuell also 15.4 LTS. Pflicht-Zwischenschritte braucht es dafür nicht. Der Aufwand steckt in den eigenen Anpassungen und Fremdmodulen.

  • Vor dem Eingriff lohnt sich ein Testkonzept: Was muss nach dem Upgrade nachweislich funktionieren, etwa Formularstrecken, Suche, Personalisierung, Mehrsprachigkeit oder angebundene Fachsysteme? Diese Liste wird später zur Abnahmegrundlage und erspart die Diskussion, ob etwas schon vorher kaputt war.

  • Dann folgt das Upgrade in einer Kopie der Umgebung, die Nachbesserung eigener Anpassungen und der Test der Fremdmodule, die oft hinterherhängen. Zum Schluss kommen Go-Live und Nachlauf mit Monitoring, weil sich ein Teil der Abweichungen erst mit echter Last und echten Inhalten zeigt.

Aufwand eines Sitefinity-Upgrades: Wovon er abhängt

Eine belastbare Zahl lässt sich ohne Blick in die Installation nicht nennen, und pauschale Angaben führen bei Upgrades besonders schnell in die Irre. Vier Treiber bestimmen den Aufwand fast vollständig.

Am meisten fällt der Umfang eigener Anpassungen ins Gewicht: Wie viele eigene Widgets, Templates und Erweiterungen gibt es, und wie stark greifen sie in den Kern ein? Eine Installation nah am Standard ist ein ganz anderes Projekt als eine, die über Jahre tief angepasst wurde.

Dazu kommt die Versionsdistanz: Ein Sprung von 15.3 auf 15.4 verhält sich anders als einer von 13.3 auf 15.4.

Dritter Treiber sind Fremdmodule und Integrationen, weil sie nicht im eigenen Zeitplan liegen. Ein Modul ohne kompatible Version wird schnell zum Engpass.

Und schließlich die Testabdeckung. Wo dokumentiert ist, was funktionieren muss, geht die Abnahme zügig. Fehlt diese Grundlage, entsteht sie im Projekt, was gut investierte Zeit ist, aber eingeplant werden will.

Fazit

Für einen Teil der Sitefinity-Installationen steht der Termin fest: November 2026 für 15.0 bis 15.3 und April 2027 für 14.4 LTS. Bei 13.x und 14.0 bis 14.3 ist er längst verstrichen.

Wer jetzt auf 15.4 LTS geht, erledigt damit absehbar den letzten großen Versionssprung für längere Zeit, weil Progress danach auf kumulative Product Updates umstellt. Zwei Dinge zahlen sich dabei aus: die Frage nach dem Frontend-Modell bewusst zu entscheiden und das Testkonzept vor dem Eingriff zu schreiben statt danach.

Sitefinity-Upgrade mit BAYOOTEC: zertifizierter Partner aus Darmstadt

Wir sind zertifizierter Partner von Progress Sitefinity und tragen die Badges Technical Accredited Sitefinity und Digital Agency Partner. Bei Upgrades zählt allerdings noch etwas anderes: Wir kommen aus der .NET-Entwicklung und bringen mehr als 25 Jahre Erfahrung mit Software und ihren Schnittstellen mit. Die Stolpersteine eines Upgrades liegen selten im CMS-Kern, meistens stecken sie in eigenen Anpassungen und angebundenen Systemen.

Unklar, auf welcher Version der eigene Auftritt läuft und wie dringend es ist?
Das ist ein guter Startpunkt. Nimm Kontakt zu uns auf, wir schauen uns Version, Anpassungen und Integrationen an und sagen Dir, was bis wann nötig ist.

Häufige Fragen zum Sitefinity-Upgrade

Laut Progress-Lifecycle-Policy werden die Versionen 15.0 bis 15.3 im November 2026 retired, 14.4 LTS folgt im April 2027. 13.x sowie 14.0 bis 14.3 sind bereits retired. Wer auf einer dieser älteren Versionen läuft, hat deshalb bereits heute keine zugesicherten Sicherheitsupdates mehr und sollte zeitnah handeln.

Progress unterscheidet die Phasen Active, Sunset und Retired. Bei Retired gibt es keine Update-Verpflichtung mehr, Support nur noch auf Best-Effort-Basis und ausdrücklich keine Zusage auf Sicherheitsupdates. Für öffentlich erreichbare Websites ist das entscheidend, denn bekannt gewordene Schwachstellen werden dann nicht mehr zwingend geschlossen, und es braucht eigene Workarounds.

Ab 15.4 LTS stellt Progress auf ein Continuous-Delivery-Modell um. Neue Funktionen, Sicherheitsfixes und Kompatibilitätsanpassungen kommen künftig über kumulative Product Updates statt über neue Hauptversionen, und LTS-Versionen werden mindestens vier Jahre unterstützt. Die großen, wiederkehrenden Versionssprünge fallen damit weitgehend weg und verlagern sich in den laufenden Betrieb.

Grundsätzlich ja. Progress empfiehlt, auch von bereits retired Versionen direkt auf 14.4 LTS oder neuer zu aktualisieren, und rät dabei, immer die neueste verfügbare Version zu wählen, aktuell also 15.4 LTS. Pflicht-Zwischenschritte gibt es nicht, der Aufwand steckt in eigenen Anpassungen und Fremdmodulen. Je größer die Versionsdistanz, desto weiter sind sie auseinandergelaufen, und ein Sprung über mehrere Hauptversionen ist daher aufwendiger, als die reine Versionsdifferenz vermuten lässt.

Bei MVC nicht zwingend. Bestehende MVC-Umsetzungen laufen weiter und werden in allen unterstützten Versionen unterstützt, Progress empfiehlt aber eine Modernisierung auf ASP.NET Core oder Next.js. Anders bei WebForms: Den WebForms-Support im Frontend hat Progress mit Version 14.1 eingestellt, hier muss das Frontend beim Upgrade umgestellt werden. Sinnvoll ist es, die Frage beim Upgrade bewusst zu klären, zum Beispiel wenn ohnehin Template-Arbeiten anstehen.